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Das Parkbank Duo

Bütterchen mit Gurke

Bad Segeberg. „Die Fernsehlandschaft ähnelt  der Pornoindustrie und folgt dem gleichen Prinzip: Hauptsache drin und viel schlucken!“, befanden Michael Tumbrinck und Michael „Stani“ Greifenberg, die als Parkbankduo die mit ihrem aktuellen Programm „Bauer kocht Frau“ die zweite Saison der Reihe „K 1,5 – Kultur überm Markt“ in der Dahlmannschule eröffneten. Das Gespann aus dem Westfälischen hatte sich des Fernsehprogramms angenommen und verknüpfte darin Koch- und Datingshow zu einem lustigen Menü.

Beide sind Bewohner eines Obdachlosenheims und beim Essen kommt Stani auf die Idee sich für die Sendung „Bauer sucht Frau“ zu bewerben. Ergebnis ist ein absurdes  und schrill komisches Bewerbungsvideo. Dazwischen konnte Tumbrink in einem Solo einige Kommentare zum Fernsehen loswerden. „Die Form folgt der Funktion, deshalb sind Bildschirme flach!“, stellte er fest. Auch hat das Fernsehen Maßstäbe gesetzt was Trauerfeiern betrifft, wie im vorigen Jahr bei Norbert Enke und Michael Jackson zu sehen war. „Darf ein Mensch sich der Schaulust entziehen, ist er überhaupt lebensfähig?“, fragte Tumbrinck und überließ die Antwort dem Publikum. So gehen die Menschen nicht mehr zu Wahlen, aber bei Castingshows tippen sie sich die Finger wund, für Tumbrinck kein Wunder: „Bei Castingshows sind die Gewinner nach einem halben Jahr weg, bei den Wahlen sind sogar noch die Verlierer da.“

Im zweiten Programmteil setzten die beiden dann die Idee ihrer kombinierten Koch- und Dating-Show um. Darin spielte Stani den Bauern und Tumbrinck den Moderator. Stani versuchte mit seinem Gericht seine ihm weggelaufene Frau wieder zu gewinnen.

War der erste Teil im weiteren Sinne politisches Kabarett, wurde es im zweiten Teil komödiantischer. Da wurde über „Kerner Spätlese“ geulkt und fest gestellt „hinten raus wird er flacher“. Mit Genuss häckselten die beiden Porree und warfen diesen in den Topf, bastelten aus dem Gemüse eine Blume als kulinarischen Liebesgruß und sorgten gleichzeitig dafür, dass sich der Lauchgeruch in der gesamten Aula der Dahlmannschule verbreitete. Sie stellten „Randstreifenfleisch“ als kulinarische Grundlage vor und beschworen die Qualität von Paderborner Brot mit grober Leberwurst und Gürkchen. Als Zugabe durften sich die Besucher davon überzeugen, denn Tumbrinck und Stani schmierten die in Westfalen als „Bütterchen mit Gurke“ bezeichneten Schnittchen und verteilten sie an die Zuschauer.

Wir danken Herrn Strehmel von der Segeberger Zeitung für die überlassung der Rohfassung seiner Kritik und seiner Bilder.